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Stephen King

dystopien.de · Autoren · Stephen King

Man kennt Stephen King als den König des Horrors, als meistverkauften Schriftsteller der Gegenwart, als Schöpfer von Es, Shining und Carrie. Was dabei fast immer übersehen wird, ist ein anderer, ebenso mächtiger Strang in seinem gewaltigen Werk. Der dystopische King. Denn quer durch sein Schaffen, über Jahrzehnte hinweg, hat King Bücher geschrieben, die von einer anderen Angst handeln als der vor Monstern und Geistern. Von der Angst vor dem Staat, vor der Gesellschaft, vor der Pandemie, vor einer Zukunft, in der der Mensch zur Ware, zum Versuchsobjekt, zum Unterhaltungsopfer wird.

Dieser dystopische Faden zieht sich durch Kings gesamtes Werk. Er beginnt früh, unter dem Pseudonym Richard Bachman, mit einigen der härtesten und kältesten Zukunftsvisionen der amerikanischen Literatur, ohne jedes Übernatürliche. Hier ist das Grauen kein Dämon, sondern ein System. Eine Fernsehshow, die Menschen in den Tod treibt. Ein Wettlauf, bei dem Langsamkeit mit dem Tod bestraft wird. Ein Staat, der Kinder zu Waffen macht.

Doch es bleibt nicht bei Bachman. King hat die große Pandemie-Postapokalypse geschrieben, in der eine Seuche die Menschheit auslöscht. Er hat die vergiftete Alternativzeitlinie erzählt, in der die verhinderte Katastrophe eine schlimmere Gegenwart gebiert. Er hat das Gesellschaftsexperiment unter der Kuppel inszeniert, in dem eine Kleinstadt binnen Tagen in Tyrannei kippt. Immer wieder stellt King dieselbe dystopische Grundfrage. Was bleibt vom Menschen und von der Zivilisation, wenn der Druck groß genug wird? Seine Antwort ist selten tröstlich.

Diese Werke zeigen einen King, der die Mechanismen von Macht, Medien und Massengesellschaft so klarsichtig seziert wie die großen Namen des Genres. Wir sammeln hier die Bücher und Verfilmungen, in denen King zum Dystopiker wird, und es sind weit mehr, als die Horror-Schublade vermuten lässt.

Photo by Alex Gotfryd, 1974 / Public Domain

Die Werke auf dystopien.de

Firestarter, 1980. Regierungsexperimente und ein Kind als lebende Waffe. Der Staat als Monster, das seine eigenen Schöpfungen jagt. Buch und Verfilmungen im Beitrag.

The Long Walk, 1979, als Richard Bachman. Hundert Jungen laufen, wer zu langsam wird, wird erschossen. Amerikas Hunger nach Unterhaltung als Opferritual. Roman und die Verfilmung von 2025.

The Stand, 1978, deutsch Das letzte Gefecht. Eine Grippe-Pandemie löscht fast die gesamte Menschheit aus, die Überlebenden ordnen sich zwischen Gut und Böse neu. Kings großes postapokalyptisches Epos. Beitrag folgt.

The Running Man, 1982, als Richard Bachman. Reality-TV als Todesspiel, Armut als Entertainment verpackt. Mit neuer Verfilmung. Beitrag folgt.

11/22/63, 2011, deutsch Der Anschlag. Ein Mann reist zurück, um das Kennedy-Attentat zu verhindern, und erschafft damit eine schlimmere Gegenwart. Zeitreise als dystopische Warnung. Beitrag folgt.

The Institute, 2019, deutsch Das Institut. Entführte Kinder mit Fähigkeiten in einer geheimen staatlichen Einrichtung. Der thematische Nachfolger von Firestarter. Beitrag folgt.

Under the Dome, 2009, deutsch Die Arena. Eine Kleinstadt wird von einer unsichtbaren Kuppel eingeschlossen, und die Ordnung kippt in Gewaltherrschaft. Das Gesellschaftsexperiment als Kammerspiel. Beitrag folgt.

Cell, 2006. Ein Impulssignal über das Mobilfunknetz verwandelt alle Handynutzer in triebgesteuerte Horden. Technologiephobie als sozialer Kollaps. Beitrag folgt.

The Dark Tower, ab 1982, deutsch Der dunkle Turm. King verbindet Postapokalypse, Western und Fantasy zu einer sterbenden Welt, die weitergezogen ist und in der nichts mehr funktioniert, wie es soll. Beitrag folgt.

The Mist, 1980, deutsch Der Nebel. Ein Nebel voller Kreaturen schließt Menschen in einem Supermarkt ein, und die eigentliche Gefahr wird die Gruppe selbst. Grenzfall zwischen Horror und Gesellschaftsdystopie. Beitrag folgt.

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