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Blade Runner 2099: Die Rückkehr nach Los Angeles, diesmal herrschen die Replikanten

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Blade Runner 2099. Es ist eine der am längsten erwarteten Rückkehren in der Welt der dystopischen Science-Fiction. Am 25. November 2026 startet auf Amazon Prime Video die Serie Blade Runner 2099, die erste Live-Action-Fortsetzung des Blade-Runner-Universums seit dem Kinofilm Blade Runner 2049 von 2017. Acht Episoden, angelegt als limitierte Serie, und mit einem Namen an der Spitze, der aufhorchen lässt. Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh übernimmt eine der Hauptrollen.

Für dystopien.de ist das ein Ereignis, denn kaum ein Stoff hat das dystopische Kino und seine Ästhetik so geprägt wie Blade Runner. Wir haben hier bereits über die literarische Vorlage geschrieben, Philip K. Dicks Roman Do Androids Dream of Electric Sheep?, und über den wegweisenden Score von Vangelis, der den Klang der Cyberpunk-Zukunft definierte. Nun also die Fortsetzung der Fortsetzung, ein weiterer Schritt in jene neonbeleuchtete, regennasse Welt, in der die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt.

Die Prämisse: Eine umgekehrte Welt

Die Serie spielt im Jahr 2099, rund fünfzig Jahre nach den Ereignissen von Blade Runner 2049 und etwa hundertdreißig Jahre nach dem Original von 1982. Und sie wagt eine bemerkenswerte Umkehrung der Machtverhältnisse. Waren die Replikanten, die biotechnisch erschaffenen künstlichen Menschen, in den Filmen stets die Gejagten, die Unterdrückten, die rechtlosen Sklaven, so hat sich das Verhältnis nun gedreht. In der Welt von 2099 haben die Replikanten die Kontrolle übernommen, und die Menschen sind zu Bürgern zweiter Klasse geworden.

Das ist ein kluger dramaturgischer Zug, denn er greift die zentrale Frage der Reihe auf und stellt sie neu. Was unterscheidet den Menschen von seiner künstlichen Schöpfung, wenn die Schöpfung den Schöpfer überflügelt hat? Im Zentrum stehen zwei Figuren an entgegengesetzten Enden dieser neuen Ordnung. Michelle Yeoh spielt Olwen, eine Replikantin, die als Blade Runnerin arbeitet und sich in den letzten Tagen ihres künstlich begrenzten Lebens befindet. Hunter Schafer, bekannt aus der Serie Euphoria, spielt Cora, einen Menschen auf der Flucht, der eine falsche Identität annimmt, um die Zukunft seines Bruders zu sichern. Zwei Frauen, eine künstlich, eine menschlich, deren Wege sich in einer Welt kreuzen, in der die alten Gewissheiten auf den Kopf gestellt sind.

Blade Runner fragte immer, ob die Maschine menschlich sein kann. Blade Runner 2099 dreht die Frage um. Was bleibt vom Menschen, wenn die Maschine über ihn herrscht?

Die Macher und die Verbindung zum Original

Hinter der Serie steht ein Name, der Kontinuität verbürgt. Ridley Scott, der Regisseur des Originals von 1982, fungiert als Executive Producer und wacht damit über die Treue zum Geist und zur Ästhetik der Reihe. Scott, der zuletzt auch mit Alien Romulus bewies, dass er sein eigenes Erbe zu pflegen versteht, ist zugleich der Mann, über dessen aktuelles Kinoprojekt The Dog Stars wir hier erst kürzlich berichtet haben. Die Showrunnerin und Autorin ist Silka Luisa, bekannt für die Serie Shining Girls. Gedreht wurde überwiegend in Prag und Tschechien, nachdem die Produktion ursprünglich in Belfast geplant war.

Für Kenner der Reihe gibt es ein besonderes Detail. Zur Besetzung gehört die Figur Buster Friendly, jener allgegenwärtige Medienmoderator, der direkt aus Philip K. Dicks Romanvorlage stammt, über die wir hier geschrieben haben. Die Produzenten versprechen, die Serie werde verbindende Fäden zu den beiden Kinofilmen aufweisen, in Figuren und Handlungssträngen, ohne dass man die Filme kennen müsse, um die Serie zu verstehen. Ein eigenständiger Einstieg also, der zugleich den Kenner belohnt.

Warum das für dystopien.de zählt

Weil Blade Runner das Fundament der visuellen und thematischen Cyberpunk-Dystopie ist. Die Reihe hat definiert, wie wir uns die dunkle technologische Zukunft vorstellen, die überbevölkerte Megastadt, der ewige Regen, das Neonlicht, die allgegenwärtige Werbung, die Konzernmacht, und mittendrin die Frage nach dem, was den Menschen ausmacht. Jede neue Rückkehr in diese Welt ist ein Ereignis, weil sie diese Fragen in eine neue Zeit trägt.

Natürlich ist Vorsicht geboten. Fortsetzungen und Erweiterungen geliebter Stoffe scheitern oft daran, dass sie das Original nur ausschlachten, statt ihm etwas hinzuzufügen. Wir haben das auf dieser Seite oft genug beschrieben. Ob Blade Runner 2099 die philosophische Tiefe und die melancholische Schönheit seiner Vorgänger erreicht, oder ob es nur die Oberfläche einer ikonischen Ästhetik bedient, wird sich erst zeigen, wenn die Serie läuft. Die Beteiligung von Ridley Scott und die Besetzung mit einer Schauspielerin vom Rang einer Michelle Yeoh sind gute Vorzeichen, aber Vorzeichen bleiben es, bis die erste Episode läuft.

Am 25. November wissen wir mehr. Dann kehren wir zurück nach Los Angeles, in eine Zukunft, die einmal fern schien und uns heute näher ist, als uns lieb sein kann. Wir werden berichten, sobald die Serie angelaufen ist.

Blade Runner 2099. Limitierte Serie, acht Episoden, Start am 25. November 2026 auf Amazon Prime Video. Mit Michelle Yeoh als Olwen und Hunter Schafer als Cora. Showrunnerin: Silka Luisa. Executive Producer: Ridley Scott. Produktion: Alcon Entertainment, Scott Free Productions, Amazon MGM Studios und Sony Pictures Television. Angesiedelt im Jahr 2099, rund fünfzig Jahre nach Blade Runner 2049.

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