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Die 33 besten dystopischen Serien

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Warum 33?

Weil 30 zu wenig waren und 100 gelogen wären.

Die dystopische Serie ist ein junges Genre. Anders als beim Film, der schon in den zwanziger Jahren mit Metropolis begann, oder beim Roman, der bis zu Orwell und Huxley zurückreicht, ist das große Zeitalter der dystopischen Serie kaum älter als das Streaming. Erst als Netflix, HBO, Apple und Amazon begannen, Milliardenbudgets in anspruchsvolles Fernsehen zu stecken, wurde die Serie zum Ort, an dem sich dystopische Stoffe voll entfalten konnten. Eine Serie hat, was ein Film nicht hat. Zeit. Zeit, eine Welt aufzubauen, Figuren wachsen und zerbrechen zu lassen, eine Gesellschaft in ihrer ganzen Komplexität zu zeigen.

Deshalb gibt es keine hundert wirklich großen dystopischen Serien. Es gibt diese dreiunddreißig, und danach wird die Luft dünn. Die krumme Zahl ist Absicht. Wir wollten keinen Titel opfern, nur um auf eine runde Zahl zu kommen, und keinen hinzufügen, der es nicht verdient hat. Dreiunddreißig ehrliche Empfehlungen sind mehr wert als dreißig geschönte.

Die Reihenfolge ist eine Bewertung, nach erzählerischer Qualität, dystopischer Tiefe und der Fähigkeit, den Zuschauer mit einer unbequemen Wahrheit zurückzulassen.

1. The Handmaid’s Tale (2017–2025)

Die Verfilmung von Margaret Atwoods Roman über Gilead, den theokratischen Gottesstaat, der Frauen zu gebärenden Sklavinnen macht. Elisabeth Moss trägt die Serie mit einer stillen Wut, die unter die Haut geht. Die visuell und emotional wuchtigste Dystopie des modernen Fernsehens, auch wenn sich manche Staffeln in der Mitte ziehen.

2. Black Mirror (seit 2011)

Charlie Brookers Anthologie ist die dystopische Serie schlechthin. Jede Folge eine eigene Welt, eine eigene Warnung, fast immer über Technologie und das, was sie mit uns macht. Ungleich in der Qualität, aber in ihren besten Momenten, etwa in der Folge über Bewertungssysteme oder in der interaktiven Episode Bandersnatch, unerreicht scharf.

3. Chernobyl (2019)

Die Miniserie über die Reaktorkatastrophe von 1986 ist keine fiktive Dystopie, sondern eine wahre. Und gerade das macht sie so verstörend. Ein System, das die Wahrheit mehr fürchtet als die Strahlung. Erzählerisch makellos, bildgewaltig, und im Kern eine Studie darüber, was passiert, wenn Lügen zur Staatsräson werden.

4. The Leftovers (2014–2017)

Zwei Prozent der Weltbevölkerung verschwinden spurlos, und die Serie fragt nicht, wohin, sondern was das mit den Zurückgebliebenen macht. Eine der tiefsten, traurigsten und mutigsten Serien über Trauer, Glaube und Sinn. Kein Spektakel, sondern eine existenzielle Dystopie der Seele.

5. Severance (seit 2022)

Angestellte lassen ihr Bewusstsein chirurgisch teilen, in ein Arbeits-Ich und ein Privat-Ich, die nichts voneinander wissen. Ben Stillers Serie über die vollständige Trennung von Arbeit und Leben ist eine brillante, kühle Satire auf den modernen Kapitalismus, gebaut wie ein Uhrwerk aus Rätseln.

6. Fallout (seit 2024)

Die Verfilmung der Videospielreihe schaffte, woran fast alle Spielverfilmungen scheitern. Sie ist gut. Die retrofuturistische Postapokalypse, in der die Ästhetik der fünfziger Jahre auf atomare Verwüstung trifft, wird mit schwarzem Humor und echtem Herz erzählt. Ein Triumph des Worldbuildings.

7. Watchmen (2019)

Damon Lindelofs Fortführung des legendären Comics ist keine simple Verfilmung, sondern eine eigenständige Meditation über Rassismus, Trauma und Amerika. Klug, wütend, formal waghalsig. Eine der intelligentesten Serien, die je aus einer Vorlage entstanden.

8. The Last of Us (seit 2023)

Die Verfilmung des Videospiels über eine pilzbedingte Pandemie ist der stärkste Zombie-Stoff des modernen Fernsehens, gerade weil er die Infizierten in den Hintergrund rückt und die Beziehung zwischen Joel und Ellie ins Zentrum stellt. Menschlichkeit als das eigentliche Thema in einer entmenschlichten Welt.

9. The Man in the High Castle (2015–2019)

Nach Philip K. Dick. Ein Amerika, in dem Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben. Visuell überwältigend, mit Rufus Sewell als einem der verstörendsten Nazi-Funktionäre der Fernsehgeschichte. Die späteren Staffeln verlieren sich in ihrer Mythologie, der Grundentwurf bleibt großartig.

10. Westworld (2016–2022)

Jonathan Nolan und Lisa Joy schufen einen Vergnügungspark, in dem Androiden zu Bewusstsein erwachen. Die erste Staffel ist ein Meisterwerk über Willensfreiheit und Erwachen. Dass die Serie danach an ihrer eigenen Komplexität zerbrach, ändert nichts an der Kraft ihres Anfangs.

11. Years and Years (2019)

Russell T Davies erzählt die nahe Zukunft anhand einer britischen Familie, über fünfzehn Jahre hinweg, während die Welt in Populismus, Wirtschaftskrisen und Autoritarismus abgleitet. Erschreckend plausibel, weil es nicht in ferner Zukunft spielt, sondern quasi übermorgen.

12. Station Eleven (2021)

Nach dem Roman von Emily St. John Mandel. Zwanzig Jahre nach einer Pandemie zieht eine Schauspieltruppe durch das verwüstete Amerika und spielt Shakespeare. Eine ungewöhnlich poetische, hoffnungsvolle Postapokalypse über die Frage, was von der Kultur bleibt, wenn die Zivilisation fällt.

13. Silo (seit 2023)

Nach Hugh Howeys Romanen. Zehntausend Menschen leben in einem unterirdischen Silo von 144 Stockwerken, weil die Luft draußen tödlich ist. Oder ist sie es nicht? Rebecca Ferguson trägt eine Serie, die ihr Worldbuilding und ihre Verschwörung mit seltener Geduld und Präzision aufbaut.

14. Mr. Robot (2015–2019)

Ein paranoider Hacker will die größte Bank der Welt zerstören und damit die Schulden der Menschheit löschen. Rami Malek spielt die Zerrissenheit eines Mannes und einer Gesellschaft am Rande des Zusammenbruchs. Stilistisch radikal, technisch präzise, und eine der schärfsten Kapitalismuskritiken des Fernsehens.

15. Devs (2020)

Alex Garlands Miniserie über einen Tech-Konzern, der mit Quantencomputern Vergangenheit und Zukunft berechnet. Eine langsame, hypnotische Meditation über Determinismus und freien Willen. Kühl, schön und philosophisch anspruchsvoller als fast alles im Genre.

16. Raised by Wolves (2020–2022)

Ridley Scott produzierte diese düstere Science-Fiction über zwei Androiden, die auf einem fremden Planeten Menschenkinder großziehen, während Religion und Wissenschaft um die Zukunft der Menschheit ringen. Eigenwillig, verstörend, visuell atemberaubend. Nach zwei Staffeln zu früh abgesetzt.

17. Squid Game (seit 2021)

Verschuldete Menschen spielen tödliche Kinderspiele um eine gewaltige Geldsumme. Der weltweite Netflix-Erfolg ist eine wuchtige Kapitalismus-Parabel mit unvergesslichen Bildern. Die Prämisse ist stärker als die erzählerische Ausführung, und die Fortsetzung erreichte das Original nicht. Aber die Wucht des Konzepts bleibt.

18. Snowpiercer (2020–2025)

Nach dem Film von Bong Joon-ho, der wiederum auf einem Comic beruht. Die letzten Überlebenden einer neuen Eiszeit rasen in einem endlosen Zug um die Welt, streng getrennt nach Klassen. Die Serie erreicht nicht die Wucht des Films, aber die Klassenkampf-Metapher trägt über weite Strecken.

19. The Boys (seit 2019)

In einer Welt, in der Superhelden real und von einem Konzern vermarktet sind, sind sie in Wahrheit korrupte, gewalttätige Prominente. Eine brutale, obszöne, bitterböse Satire auf Celebrity-Kultur, Konzernmacht und Faschismus. Nicht subtil, aber treffsicher.

20. 3 Body Problem (seit 2024)

Die Netflix-Verfilmung von Liu Cixins Science-Fiction-Epos über einen ersten Kontakt mit einer außerirdischen Zivilisation, die in vierhundert Jahren die Erde erreichen wird. Groß gedacht, mit einer der beklemmendsten Prämissen des Genres. Die Menschheit erfährt, dass sie dem Untergang geweiht ist, und zerfällt daran.

21. The Peripheral (2022)

Nach William Gibson. Eine Frau aus der nahen Zukunft wird über eine mysteriöse Technologie mit einem London siebzig Jahre später verbunden, nach der großen Katastrophe. Chloë Grace Moretz in einer starken erwachsenen Rolle. Nach einer Staffel infolge der Hollywood-Streiks abgesetzt, ein Verlust.

22. Utopia (2013–2014)

Das britische Original, nicht das amerikanische Remake. Eine Gruppe von Menschen jagt einem Comic hinterher, der eine tödliche Verschwörung enthüllt. Berüchtigt für seine grelle Farbästhetik und seine schockierende Gewalt, und für eine Verschwörungshandlung über Bevölkerungskontrolle, die verstörend vorausschauend war.

23. Tales from the Loop (2020)

Basierend auf den melancholischen Gemälden von Simon Stålenhag. Eine ungewöhnlich ruhige, poetische Science-Fiction-Anthologie über eine Kleinstadt, unter der eine geheimnisvolle Maschine liegt. Weniger Warnung als Stimmung, eine dystopische Elegie in gedämpften Farben.

24. Brave New World (2020)

Die Verfilmung von Huxleys Klassiker über eine Gesellschaft, die durch Lust, Drogen und Konditionierung befriedet wurde. Visuell edel, inhaltlich umstritten, weil sie sich Freiheiten gegenüber der Vorlage nimmt. Nach einer Staffel abgesetzt. Ein interessanter, unvollendeter Versuch.

25. The Walking Dead (2010–2022)

Der Zombie-Koloss, der das Genre im Fernsehen prägte. Über elf Staffeln schwankend in der Qualität, oft in der immergleichen Geschichte gefangen, dass der wahre Feind der Mensch ist. Historisch aber zu bedeutend, um zu fehlen. Der Maßstab, an dem sich alles danach messen musste.

26. Sweet Tooth (2021–2024)

Nach einer Pandemie werden Kinder als Mensch-Tier-Hybriden geboren. Ein Junge mit Hirschgeweih sucht in einer verwilderten Welt nach seiner Herkunft. Ungewöhnlich sanft und märchenhaft für eine Postapokalypse, mit einem Herz, das die Härte des Settings ausbalanciert.

27. The 100 (2014–2020)

Hundert jugendliche Straftäter werden auf die verstrahlte Erde zurückgeschickt, um zu testen, ob sie wieder bewohnbar ist. Beginnt als Teenie-Drama und wird zu einer überraschend harten Serie über Überleben, Macht und unmögliche moralische Entscheidungen.

28. Colony (2016–2018)

Los Angeles unter der Besatzung einer außerirdischen Macht, verwaltet durch menschliche Kollaborateure. Eine kluge Serie über Widerstand, Kollaboration und die Grauzonen dazwischen, weniger über die Aliens als über die Menschen, die sich mit der Besatzung arrangieren. Zu früh abgesetzt.

29. Psycho-Pass (seit 2012)

Der japanische Anime über eine Gesellschaft, in der ein System den psychischen Zustand jedes Bürgers misst und potenzielle Verbrecher verhaftet, bevor sie eine Tat begehen. Eine intelligente Auseinandersetzung mit Überwachung, Determinismus und der Frage, was Gerechtigkeit ist. Minority Report als Serie, philosophisch vertieft.

30. Attack on Titan (2013–2023)

Der Anime-Gigant. Die Menschheit lebt eingeschlossen hinter gewaltigen Mauern, bedroht von menschenfressenden Titanen. Was als simples Überlebensdrama beginnt, entfaltet sich zu einer erschütternd komplexen Parabel über Völkermord, Zyklen der Gewalt und die Frage, ob Freiheit die Grausamkeit rechtfertigt. Eines der ambitioniertesten Werke des Mediums.

31. The Purge (2018–2019)

Nach der Filmreihe. In einem Amerika, in dem einmal im Jahr für zwölf Stunden alle Verbrechen legal sind, erzählt die Serie mehrere Schicksale in dieser Nacht. Die Ausführung erreicht nicht die Schärfe des Filmkonzepts, aber die Grundidee ist reine, klare Dystopie über eine Gesellschaft, die ihre Gewalt institutionalisiert.

32. V (1983)

Der Klassiker. Außerirdische kommen scheinbar freundlich auf die Erde, entpuppen sich aber als reptiloide Eroberer. Die Miniserie war eine kaum verhüllte Faschismus-Parabel, mit direkten Anspielungen auf den Nationalsozialismus und den Widerstand. Ein Meilenstein des dystopischen Fernsehens, lange vor dem Streaming-Zeitalter.

33. The Prisoner (1967–1968)

Der Urahn. Ein ehemaliger Geheimagent wird in einem idyllischen, aber unentrinnbaren Dorf gefangen gehalten, wo er nur eine Nummer ist. Surreal, rätselhaft, seiner Zeit um Jahrzehnte voraus. Diese britische Serie erfand das Vokabular der individualistischen Dystopie im Fernsehen und wirkt bis heute nach, bis in Severance und Black Mirror.

Was fehlt, und warum

Kein iZombie, kein Love, Death and Robots, obwohl beide beliebt sind. Beiden fehlt die dystopische Klammer. iZombie ist eine Krimiserie mit Zombie-Prämisse in einer intakten Welt, Love, Death and Robots eine Genre-Anthologie, die mal dystopisch, mal Fantasy, mal Comedy ist. Black Mirror gehört auf diese Liste, weil jede Folge dieselbe DNA hat. Love, Death and Robots hat sie nicht.

Auffällig ist etwas anderes. Die überwältigende Mehrheit dieser Serien stammt aus den letzten fünfzehn Jahren. Nur zwei Titel, The Prisoner und V, sind älter. Die dystopische Serie ist ein Kind des Streaming-Zeitalters, entstanden in einer Zeit, in der die Wirklichkeit selbst zunehmend dystopisch erscheint. Vielleicht ist das kein Zufall. Vielleicht erzählen wir uns diese Geschichten gerade jetzt so oft, weil wir das Gefühl haben, mitten in einer von ihnen zu leben.

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